Und ab heute ist alles anders – Mein Leben mit Epilepsie

Hello Friends,

heute werde ich ein sehr sensibles Thema ansprechen, ein Thema worüber sehr wenige Leute sprechen aus vielen verschiedenen Gründen. Ich habe mir auch lange Gedanken darüber gemacht ob ich öffentlich darüber schreiben soll… Eine Krankheit wo viele Menschen nicht einmal wissen, was es ist, auch ich habe mich damit nie beschäftigt. Für mich waren es immer die, mit dem „komischen“ Helm. Da ich gebürtige Bielefelderin bin, habe ich desöfteren Epileptiker gesehen. Ja ich hatte mit 14 Jahren mal einen epileptischen Anfall. Alle Untersuchungen waren unauffällig. Das passiert vielen Menschen im Leben, keinen Grund zur Beunruhigung sagten sie mir. Ich habe also so weiter gemacht wie vorher, mich keines Wegs mehr mit diesem Thema beschäftigt.

Wie kam es zu dieser Diagnose?

Der 2. Anfall kam. 6 verdammte Jahre später und auf einmal war alles anders. ALLES!  Ich sollte Medikamente nehmen und sollte mein Leben ändern. Keinen Alkohol mehr konsumieren, Schlaflose Nächte meiden, vorerst kein Auto fahren und, und, und… Das war der blanke Horror. Ich wusste echt nicht was ich machen soll… Jeder Epileptiker weiß was ich meine.

Mir wurde aufgrund des Ereignisses des Anfalls und den zugehörigen Symptomen, welche alle darauf hindeuten, das es sich um eine Epilepsie handelt, der Boden unter den Füßen weggezogen. 2. Anfall = Epilepsie! Dabei ist unwesentlich, das man es nirgendswo sieht, weder auf dem MRT, noch auf dem EEG.  Für mich war es aufgrund dieser Tatsachen sehr schwer nachzuvollziehen. Ich und Epilepsie? Mit 20 Jahren aus heiterem Himmel? 6 Jahre Abstand zwischen beiden Anfällen? Wieso ich?

Kurze Zeit später kam ich dann in eine Spezialklinik nach Bielefeld, wo sie nach dem 48 Stunden EEG dann festgestellt haben, das es tatsächlich Epilepsie ist. Da Auffälligkeiten vorhanden waren. Doch im MRT wieder keinen Befund. Leider deuten alle Symptome auf eine Epilepsie hin.

Wie geht es mir mit der Krankheit?

Wenn du so eine Diagnose bekommst, sind es erstmal Fragen über Fragen, die dich überkommen. Ja, ich weiß, soll man nicht. Aber ist es nicht normal, das man das tut? Klar, ich habe oft gedacht, ach es hätte schlimmer kommen können… Stell dir vor du wärst sterbenskrank. Aber das ist trotzdem sehr schwer zu akzeptieren, das nichts mehr ist wie vorher. Die Medikamente wirken da nicht gerade positiv bei. Im Gegenteil du hast teilweise depressive Stimmungsschwankungen, machst dein Umfeld scheiße an, die Menschen die du liebst, die für dich da sind. Selbst wenn du das gar nicht möchtest. Du merkst, wie du nicht mehr Herr deiner Sinne bist. Es ist teilweise wirklich ein Kampf gegen dich selbst. Ein gesunder Mensch kann nicht verstehen wie man sich fühlt. Vor allem kann man die Nebenwirkungen niemals nachvollziehen! Jeder Mensch ist anders und jeder Körper reagiert anders. Das sollte sich jeder merken. Den es gibt meines Erachtens nicht schlimmeres als das Gefühl von anderen, nicht ernst genommen zu werden. Das ist mir leider schon häufig begegnet. Die Unwissenheit und die Intoleranz vieler Menschen.

Wie ich zu der Medikation stehe?

Ich wollte mir keine Chemiekeulen einwerfen. Ich nehme ja nicht einmal die Pille. Da ich die Hormone damals nicht mehr vertragen habe, habe ich mich nach Alternativen umgesehen und bin dann auf die Gynefix gestoßen.  Ich habe sehr viel recherchiert und dann auch einen Arzt gefunden, der mir die Gynefix eingesetzt hat. Wenn ihr mehr dazu wissen möchtet, hinterlasst ein Kommentar oder schreibt mir.

Aufgrund der Tatsache das der Text zur Medikation so lang geworden ist, habe ich mich dazu entschieden ihn separat zu posten.

Last but not least ☺

Genießt euer Leben, liebt euch, vertragt euch und schätzt einander. Vorallem seid froh darüber das ihr gesund seid.

Ich wünsche euch allen eine schöne Weihnachtszeit mit euren Liebsten.

Ich freue mich, wenn Ihr bald wieder vorbeischaut!

 Bildrechte: Annabellovic

 

2 Gedanken zu „Und ab heute ist alles anders – Mein Leben mit Epilepsie

  1. Annika sagt:

    Unfassbar, es ist ein bisschen so, als würde ich meine eigene Geschichte hier lesen (bis darauf, dass ich mit 14 keinen Anfall hatte)!

    Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich würde mich freuen, mit jemandem über all den Epilepsie Mist zu reden, der es auch erlebt (hat).

    Vielleicht hast du ja Lust dich ein bisschen mit mir per Mail auszutauschen, ich lese nun erstmal noch ein bisschen weiter!
    Lg Annika

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